Artikel
Editorial der Ausgabe 2026/2
Liebe Leserinnen und Leser, das Wort Macht hat keinen guten Klang. Es riecht nach Zwang, Dominanz und Hierarchie. Nach dem Durchsetzen eigener Interessen gegen andere. Wer von Macht spricht, denkt selten an Befreiung. Und doch ist der Buddhismus – genau besehen – eine Schule der Macht. Nicht der Macht über andere, sondern der Macht, die zum Erwachen führt. Im Palikanon ist von fünf geistigen Kräften die Rede: Vertrauen, Tatkraft, Achtsamkeit, Sammlung und Weisheit....WARUM … wir in der Verantwortung stehen, dem Buddhismus ein Gesicht zu geben
Ein Beitrag von Tsunma Konchok Jinpa Chodron
veröffentlicht in der 2-2026 Macht unter der Rubrik Warum.
Was bedeutet es, den Buddhismus zu repräsentieren, im Alltag und in den komplexen Situationen des täglichen Lebens? Welche Verantwortung und welche Freude gehen damit einher? Eine Reflexion von Tsunma Konchok Jinpa Chodron, Vorsitzende der Deutschen Buddhistischen Union.
Kürzlich machte der Teilnehmer eines der Meditationskurse, die ich gebe, eine Bemerkung, die mich ins Nachdenken gebracht hat. Ich hätte für ihn, so drückte er sich aus, „dem Buddhismus ein Gesicht gegeben“....
Die Würde des Menschen beschützen
Ein Beitrag von Bhikkhu Bodhi
übersetzt von Susanne Billig veröffentlicht in der 2-2026 Macht unter der Rubrik Aktuell.
Am 6. Mai 2025 hielt der Ehrwürdige Bhikkhu Bodhi die Hauptrede auf der Feier des Internationalen Vesakh-Tages der Vereinten Nationen in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam. In seiner Mailantwort auf die Bitte der Redaktion, die Rede 2026 abzudrucken, wünscht er sich unbedingt eine ungekürzte Publikation – auch und gerade, weil er sich darin zum Thema Gaza zu Wort meldet. Für die Menschen dort bleibe die Lage auch nach dem inzwischen vereinbarten offiziellen Waffenstillstand äußerst prekär....
Innere Stärke, äußere Strukturen und die feinen Linien des Machtmissbrauchs
Ein Beitrag von Ayya Phalanyani
veröffentlicht in der 2-2026 Macht unter der Rubrik Schwerpunkt Macht.
Macht durchzieht oft im Verborgenen Beziehungen, Gemeinschaften und Institutionen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt sich – besonders für Praktizierende, die dem Auftrag des Buddha folgen, Leid zu überwinden, indem sie ihre Ansicht von einem festen Ich und einer Persönlichkeit auflösen. Wie können wir im Sinne des Buddha Macht erkennen, begrenzen, nutzen? Reflexionen und Erfahrungen aus dem Klosterleben von Ayya Phalanyani.
Eltern-Kind-Beziehungen, Familie, Arbeitswelt,...
König Ashoka – Buddhistischer Herrscher über ein Weltreich
Ein Interview mit Nayanjot Lahiri geführt von
Susanne Billig veröffentlicht in der 2-2026 Macht unter der Rubrik Schwerpunkt Macht.
Kaum ein Machthaber der Antike wird so sehr mit der Idee moralischer Erneuerung in Verbindung gebracht wie Ashoka. Sein Name steht für Reue, Gewaltverzicht und den Anspruch, buddhistische Ethik politisch wirksam werden zu lassen. Doch die historischen Zeugnisse erzählen eine komplexere Geschichte. Ashoka tritt uns darin als widersprüchlicher und erstaunlich moderner Herrscher entgegen. Davon berichtet Nayanjot Lahiri von der Ashoka Universität im Interview. Die weltweit renommierte...
Mit Menschen anderer religiöser Traditionen glauben – nicht gegen sie
Ein Interview mit Perry Schmidt-Leukel geführt von
Dr. Ursula Baatz veröffentlicht in der 2-2026 Macht unter der Rubrik Interreligiöser Dialog.
Wie kann Spiritualität in einer religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaft heute Gestalt gewinnen? Der Religionswissenschaftler und Theologe Perry Schmidt-Leukel liest in seinem jüngsten Buch biblische Texte im Gespräch mit anderen religiösen Traditionen – auch mit dem Buddhismus. Dabei geht es ihm nicht um Vereinheitlichung, sondern um Resonanz und wechselseitige Erhellung. Im Gespräch mit Ursula Baatz erläutert er Motive, Zugänge und Grenzen dieses interreligiösen...
Eine Reise durch Körper, Krise und Bewusstheit
Ein Beitrag von Charlotte Brinkmann
veröffentlicht in der 2-2026 Macht unter der Rubrik Mein buddhistisches Leben.
Wenn ich auf mein Leben blicke, sehe ich eine weite Reise, die mich von den Erziehungswissenschaften über die IT-Programmierung bis zu einer tiefen spirituellen Praxis geführt hat. Studiert habe ich Pädagogik, doch gearbeitet habe ich in diesem Feld nur während meiner Studienzeit, mit Kindern in einem sozialen Brennpunkt auf einem Abenteuerspielplatz. Danach zog es mich erst in die EDV, später gab ich viele Jahre Bewerbungstrainings. Als mein Mann genug verdiente, gab ich die...
Editorial der Ausgabe 2026/1
Ein Beitrag von Susanne Billig
veröffentlicht in der 1-2026 Neubeginn unter der Rubriken Editorial, Schwerpunkt Neubeginn.
Liebe Leserinnen und Leser,
neu anfangen, sich neu öffnen, die Vorstellungen von gestern oder von vor einer Minute zur Seite legen und eine neue Perspektive einnehmen, anders wahrnehmen, fühlen, denken, und sei es nur mit einer leichten Verschiebung, vielleicht sogar in die grenzenlose Weite des Moments eingehen, für den Moment – dieser Grundgedanke der buddhistischen Philosophie und Praxis inspiriert mich heute noch genauso wie vor vielen Jahren.
Das gilt auch mit dem...
Parabel aus dem Zen-Buddhismus
Ein Beitrag von Buddha
veröffentlicht in der 1-2026 Neubeginn unter der Rubrik Inspirationen.
Ein Schüler fragte seinen Meister: „Die Vergangenheit lastet schwer auf mir. Was kann ich tun?“ Der Meister stand auf, ging zu einem Baum, umklammerte ihn und entgegnete: „Was kann ich tun, damit dieser Baum mich loslässt?“
Parabel aus dem...
WARUM … die Antwort auf Krisenzeiten jenseits von Hoffnung und Furcht liegt
Ein Beitrag von Werner Vogd, Leah Willi
veröffentlicht in der 1-2026 Neubeginn unter der Rubrik Aktuell.
Klimakrise, soziale Spaltungen, Machtkämpfe bestimmen die täglichen Nachrichten. Die Suche nach Lösungen? Ist überlagert von Machtinteressen. Populistische Regierungen bauen fossile Infrastrukturen aus. Selbst aufrichtiger Aktivismus läuft Gefahr, einer Illusion zu erliegen: retten zu können, was sich der Kontrolle längst entzieht. Werner Vogd ist Professor und Leah Willi Studentin an der Universität Witten/Herdecke. Beide sind dem Buddhismus verbunden und plädieren dafür, mithilfe...
Balancieren auf einem hauchdünnen Seil – Friedensarbeit in Israel
Ein Interview mit Muli Glezer, Lila Kimhi geführt von
Bernhard Kleinschmidt veröffentlicht in der 1-2026 Neubeginn unter der Rubrik Aktuell.
Leid, Angst und Friedensarbeit in Israel
Kurz bevor es im Oktober 2025 zu ersten Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der israelischen Regierung und der Hamas kam, konnte Bernhard Kleinschmidt ein Gespräch mit den jüdischen Israelis Muli Glezer und Lila Kimhi führen. Beide sind Dharmalehrende und gehören zu Tovana, der wichtigsten buddhistischen Gemeinschaft Israels, auch bekannt unter dem Namen Israel Insight Meditation Society. Ihr Gründer und leitender Lehrer ist Stephen...
Mit guten Intentionen in das neue Jahr
Ein Beitrag von Sarah Rudell Beach
veröffentlicht in der 1-2026 Neubeginn unter der Rubrik Schwerpunkt Neubeginn.
Ein neues Jahr ist nicht nur eine Zäsur im Kalender, sondern immer wieder auch eine gute Gelegenheit, alte Gewohnheiten zu überdenken und neue zu etablieren. Doch wie schaffen wir es, bei unseren guten Vorsätzen zu bleiben? Im Buddhismus finden sich dazu wertvolle Inspirationen.
Neujahrsvorsätze sind die Klassiker zum Jahreswechsel. Viele verspüren den Wunsch, innezuhalten und ihre Gewohnheiten zu überdenken, und setzen sich hehre Ziele wie beispielsweise mehrere Kilos abzunehmen,...


