Bhikkhu Bodhi, Hellmuth Hecker, Mahathera Nyanaponika

Die Jünger Buddhas

Leben, Werk und Vermächtnis der bedeutendsten Schülerinnen und Schüler des Erwachten

Heft: 02 | 2026 Macht
Verlag:Jhana Verlag im Buddhahaus
Jahr:2025
Preis:32 Euro
Seiten:528

Rezension

Sangha – die Gemeinschaft der Übenden der Buddhalehre, das dritte Juwel der buddhistischen Zufluchtnahme – ist ein vielschichtiger und viel diskutierter Begriff. Auch heute suchen Menschen nach Gemeinschaft, und obwohl vielfältig vernetzt und verbunden, sind sie nicht selten einsamer als Menschen je zuvor. Buddhistisch Interessierte sind mit diesen Themen ebenfalls konfrontiert. Was könnte da interessanter und hilfreicher sein, als einen Blick auf die Ursprünge der Sangha zu werfen, auf die ersten Schüler des Buddha, darauf, wie sich die ersten Gemeinschaften gebildet haben, wie deren Mitglieder miteinander umgegangen sind – und wie der Buddha sich selbst darum sorgte und bemühte.

In „Die Jünger Buddhas“ finden wir eine Sammlung von Texten über das Leben und den Werdegang von 24 bedeutenden Schülern und Schülerinnen der ersten Stunde. Hellmuth Hecker und die Ehrwürdigen Bhikkhu Bodhi und Nyanaponika Mahathera haben aus vielen verschiedenen Quellen spannende Biografien zusammengestellt und geben damit auch einen faszinierenden Einblick in das Leben im Indien zur Zeit des Buddha und darin, wie Menschen seine Lehre übernahmen. Wir erfahren Details über die beiden Hauptschüler Sariputta und Mogallana, die für die Entstehung der buddhistischen Tradition tonangebend waren. Wir lernen aber auch den herausragenden Hausvater Anathapindika kennen, der dem Buddha ein Kloster schenkte, wo dieser sehr viele Regenzeiten verbrachte und das man noch heute besichtigen kann. Auch die Geschichte vom Aufstieg, Absturz und von der Bekehrung des Serienmörders Angulimala fehlt nicht. Immer wieder beleuchten die Autoren dabei den sozialen Aspekt – wie er in Gruppen und Traditionen neben der reinen Lehre eben auch immer eine wichtige Rolle spielt – und stellen ihn im historischen Kontext so anschaulich dar, dass man sich gut einfühlen kann.

Auch wenn die Texte reichlich mit Quellenangaben, Kommentaren und Auszügen aus Lehrreden versehen sind, ist das Buch weniger als historisch oder wissenschaftlich objektive Arbeit zu verstehen. Vielmehr soll es dazu anregen, die Lehre des Buddhas so zu verstehen, wie sie ursprünglich vermittelt worden ist und schon zu seinen Lebzeiten Menschen und deren Leben beeinflusst und verändert hat. Auf diese Weise kann es auch ein hilfreicher Wegweiser und Spiegel für das gegenwärtige eigene Leben und die eigene Praxis werden.

Alexander Weicker